Die Kleinkunstbühne des
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2 x 45'

Abendkasse und Bar öffnen eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Saalöffnung: 19.45 Uhr. Das Konzert am Freitag ist ausverkauft.

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Stiller Has

Endosaurusrex

Vor vier Jahren besang Endo Anaconda noch das «böse Alter». Nun haucht der 62jährige Berner seiner Band Stiller Has mit jungen Musikern neues Leben ein. «Endosaurusrex» ist das Werk eines sprachgewaltigen Chronisten eidgenössischer Befindlichkeiten.

Stiller Has

Foto: Michael Schär

Endosaurusrex

12 Lieder über das Glück und die Unmöglichkeit der Liebe zwischen Trubschachen, Budapest und Nowgorod, im Zeitalter der Datingplattformen und Algorithmen. Über die Sehnsucht nach den Helden der Kindheit, als man noch meinte das Böse mit einem Peacemaker aus dem Weg räumen zu können. Über die Unmöglichkeit der Flucht aus der scheinbar sicheren, heimischen Wellnesszone. Sein Hans im Glück hat Depressionen, Bambi fährt auf Sadomaso ab, und selbst der Teufel muss zur Therapie. Natürlich macht ihn Tischleindeckdich krank, und das Schlaraffenland gibt es nur mit Magenband, aber an «Märli» will Endo Anaconda trotzdem glauben. Und nebenbei unsere kleine Welt sezieren, auf der Suche nach dem letzten Paradies, «wo’s nid so yklemmt isch wie hie». Bittersüss sind die Mundart-Verse, in denen Endo Anaconda der Gesellschaft ganz in Tradition der Gebrüder Grimm seinen Zerrspiegel vorhält. Erzählen mit düsterer Wucht, aber auch mit Selbstironie und nuancierter Poesie vom Leben in einer komplizierten Welt. Wie die Neue Zürcher Zeitung einmal schrieb, «Endo Anaconda beschreibt und besingt die Befindlichkeit in der Schweiz wie niemand sonst». Mag die Realität hart und desillusionierend sein, der venusbergerfahrene Troubadour bleibt unbeugsam: «Man muss glauben, dass es etwas Gutes im Menschen gibt. Man muss.», und pocht bar jeder Ironie auf das Argument des Herzens: «Die Liebe ist der einzige Ausweg».

Stiller Has

Endo Anaconda wurde als Andreas Flückiger 1955 in Burgdorf als Sohn einer Österreicherin und eines Schweizer Polizisten geboren. Die ersten fünf Jahre seines Lebens bis zum Tod des Vaters verbringt er in Biel. Mit 12 kommt er in ein Internat nach Klagenfurt. Anschliessend absolviert er in Wien eine Lehre als Siebdrucker. Anfang der 1980er Jahre Rückkehr in die Schweiz. Fällt bei der Formation Die Alpinisten erstmals als Texter und Sänger auf. 1989 gründet Endo Anaconda mit Balts Nill Stiller Has. Das Duo veröffentlicht insgesamt sieben Studioalben, darunter «Landjäger», «Moudi» und «Walliselle». 1995 werden Stiller Has mit dem Salzburger Stier und dem Deutschen Kleinkunstpreises ausgezeichnet.



Es folgen von 2006 bis 2013 mit voller Band und mit Gitarrist Schifer Schafer (Ex-Rumpelstilz) als Kreativpartner drei weitere Alben, darunter «Böses Alter», mit dem Anaconda zusammen mit Schifer Schafer, Salome Buser und Markus Fürst 2013 seinen Einstand IM HOCHHAUS gab. Mit «Sofareisen» (2005) und «Walterfahren» (2011) erscheinen Anacondas Zeitungskolumnen in Buchform. 2015 wird ihm der Berner Musikpreis verliehen. 2017 ist er nominiert für den Schweizer Musikpreis des Bundesamtes für Kultur.

Besetzung:



Endo Anaconda - Stimme



Andi Pupato - Perkussion



Boris Klečić - Gitarren, Tambura, Banjo



Andreas Wyss - Bass



Roman Wyss - Keyboards