Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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Hagen Rether

Liebe

Hagen Rether bringt etwas auf die Bühne, das bei jungen Kabarettisten keineswegs selbstverständlich ist: einen eigenen Stil, der gepaart ist mit Können, Souveränität und Ausstrahlung.

Hagen Rether

Klaus Reinelt

Liebe

In seinem Soloprogramm «Liebe» zeigt Pianist und Kabarettist Hagen Rether was gut und weh tut. Der Mann am Klavier leidet (in mehreren Rollen) am bürgerlichen Leben wie auch an den weltpolitischen Zuständen und macht sich Luft in ätzenden Wortkaskaden – stets tagesaktuell. Dann spielt er etwas Bach und schlachtet mehrere Popikonen, flüstert und schreit, singt, grunzt und jodelt, schwadroniert Kultur- und Kapitalismuskritisches, schleicht und rast im Wechsel über die Schmerzgrenze des Publikums. Es purzeln Kategorien und Genre-Regeln: Was ist das nur? Ein blasphemischer Liederabend? Dadaistisches Improtheater? Slam-Poetry? Zeitgeist-Satire? Klaviercomedy oder Politkabarett? Jedenfalls dies: unverschämt. Rether schwankt virtuos zwischen Albernheit und tiefer Tragik, Grössenwahn und Verlegenheit, Flirt und Attacke – sein Publikum zwischen Liebe, Lachtränen und stummem Entsetzen. Bittersüss!
Hagen Rether erhielt 2005 unter anderen den bayrischen Kabarettpreis „der goldene Spaten“ und den deutschen Kleinkunstpreis (Förderpreis der Stadt Mainz)