Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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Philipp Galizia

Am Seil abelo

Mit Herz, Witz, Tiefgang und Liedern von Res Wepfer führt Philipp Galizia ins erdige Handwerk ein – ein glänzender Wurf mit köstlichen Anekdoten!

Philipp Galizia

© Simon Egli

Am Seil abelo

Lunzi, der Totengräber, ist tot. «Ändgültig ustrunke, d Schufle n abgä, am Seil abeglo.» Derweil im Säli das Leichenmahl serviert wird, setzt sich Philipp mit seinem Kontrabass in die leere Gaststube. An jenen Tisch, an dem Lunzi immer gesessen hatte. Ein Bier lang erzählt er mit seinem unverwechselbaren Schalk Geschichten und Episoden aus dem Alltag des knorrigen und verschmitzten, gutmütigen und wortkargen Totengräbers. Er lässt uns am erdigen Handwerk teilhaben, führt uns ins Bestattungswesen ein, geht mit uns durch die Grabreihen, singt und sinniert über Vergangenes und Vergängliches. Den Tod als stummen Gast zur Seite.
Der Friedhof ist für Philipp Galizia seit seiner Jugendzeit ein vertrauter Ort. Er ministrierte bei unzähligen Beerdigungen und half seinem Onkel, einem Bildhauer, beim Setzen der Grabsteine. Dabei lernte er den damaligen Totengräber von Muri, Jakob Strebel (1918 bis 1996) kennen. Dessen Sprüche und Flüche, Witze und Geschichten blieben in Philipps Gedächtnis haften und bildeten den Ausgangspunkt zu seinem ersten Bühnensolo. Nach und nach verdrängten Phantasie und Fabulierlust das Biographische: aus Köbi wurde Lunzi, eine erfundene Figur, der Jakob Strebel als Pate zur Seite stand. So verweben sich Wahres und Denkbares, Erlebtes und Ersonnenes zu einer heiteren und abgründigen, stillen und derben Totengräberballade. Sein Kollege vom Pfannestil Chammer Sexdeet, Res Wepfer, hat dazu feinsinnige Lieder komponiert.

Text & Regie: Adrian Meyer
Lieder: Res Wepfer