Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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Christoph Stählin

Gift und Güte

Der Schriftsteller, Liedermacher und Kabarettist Christoph Stählin bringt in seinem neuen Programm kritische Situationen des häuslichen Zusammenlebens durch knappe Kommentare blitzartig ins Lot. Eine Greisin war ihm dabei behilflich.

Christoph Stählin

Wolfgang Schmidt

Der Hechinger Schriftsteller, Liedermacher und Kabarettist hat in Tübingen während sieben Jahren in einem alten Haus mit grossem Garten am Neckar gewohnt. Im Tiefparterre dieses Hauses lebte eine uralte Frau mit einer Mischung aus Gift und Güte, wie sie nur der schwäbische Pietismus hervorbringt. Sie besass die Gabe, kritische Situationen des häuslichen Zusammenlebens durch knappe Kommentare blitzartig ins Lot zu bringen. Ihr Witz stellte niemanden bloss, wies aber jeden zurecht, der ihr zu nahe trat, und zwar endgültig.
Christoph Stählin hat die Äusserungen der Greisin als Früchte ihres unermüdlich präsenten Geistes gesammelt. Im Programm «Gift und Güte» werden sie weitergegeben, eingebettet in die Situation ihrer Entstehung. Auch das Haus, in dem sich alles abspielte, wird genau geschildert, damit es der Zuhörer in seiner eigenen Vorstellung bewohnen und der alten Frau begegnen kann. Nachdem sie sich jeweils nur sehr kurz zu fassen brauchte, um zu sagen, was sie wollte, wären die Berichte davon nicht abendfüllend. Daher sind die Anekdoten von Liedern umrahmt. Deren Texte geben die Weltsicht wieder, aus der heraus die alte Frau bemerkenswert war. Es sind Strophenlieder zur Begleitung der Vihuela, einer 12-saitigen, spanischen Gitarre aus der Renaissancezeit.

Beachten Sie das beiliegende Spektakuli-Programm (15. bis 25. Mai 2003)
Zum 10. Mal findet im Miller's Studio Zürich das Kabarett-Festival Spektakuli statt. IM HOCHHAUS beteiligt sich mit den Vorstellungen von Christof Stählin an diesem Festival.