Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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Bodo Wartke

Ich denke, also sing' ich

Tierisch satirisch, kritisch politisch, chronisch ironisch und immer ein bisschen bissig: Bodo Wartke in seinem Programm «Ich denke, also sing' ich».

Bodo Wartke

Ich denke, also sing ich

Sein Name ist Wartke. Und so sieht er auch aus: korrekter Anzug mit Weste, Brille – Typ braver Junge von nebenan. Doch diesem Musikkabarettisten sitzt faustdick der Schalk im Nacken. Der Klavierkünstler in Reimkultur gleitet virtuos über das Klavier und präsentiert sich dabei als bitterböser Wortschmied. Bodo Wartkes Kabarettstil beweist eine bemerkenswerte Varietät zwischen gepflegter Melancholie und bisweilen extrovertierter Ausgelassenheit. Anfangs mag man noch verwundert sein, wie es Bodo Wartke trotz seiner gerade mal 25 Jahre schafft, jede Nuance, jeden Ton, jede Pointe so exakt zu treffen. Doch bald ist man restlos überzeugt davon, dass ihm dies eben gerade wegen seiner Jugendlichkeit und unverbrauchten Frische gelingt. Denkbar früh begann er seine Fertigkeiten für Klavier und Gesang auszubilden. Gegenwärtig setzt er dies durch ein Musikstudium an der Berliner Hochschule der Künste fort.

Sein Image vermarktet er geschickt in den Liebesliedern: Er ist der Typ, der sich nicht traut, in der U-Bahn eine Schöne anzusprechen, und der immer wieder falsch parkt, um seiner ange-beteten Politesse näher zu kommen – ein Ritter von der traurigen Gestalt mit dem Charme eines Woody-Allen-Loosers. Die Songs dieses Nachwuchstalentes sind nicht nur Blödelei, sondern vielmehr witzig-ironische Zustandsbeschreibungen quer durch den thematischen Gemüsegarten.