Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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Irmgard Knef

Ein Lied kann eine Krücke sein

Irmgard Knef, Alterspräsidentin des deutschen Kabarett-Chanson feiert in ihrem neuen, mittlerweile 8. Solo-Programm das Leben und die Liebe. Mit ungebrochenem Kampfgeist präsentiert sie neue Geschichten, neue Chansons und bekannte Songs, die man so noch nicht gehört hat.

Irmgard Knef

Foto: Robert Recker

Ein Lied kann eine Krücke sein

Irmgard taucht an das Licht einer breiteren Öffentlichkeit in dem sie sich im Jahr 1999 als verleugnete Schwester outet und ihr erstes Chanson-Kabarett –Solo-Programm auf die Bühne bringt. Sie erzählt darin aus ihrem Leben im Schatten der grossen Schwester und selbst ihre Songs und Chansontexte korrespondieren mit den weithin bekannten Originalen von Hildegard Knef. Bei Irmgard heisst es nicht «Aber schön war es doch» sondern «Ja so schön war das nicht» und statt des Wunschbefehls «Für mich soll’s rote Rosen regnen» heisst es bei Irmgard augenzwinkernd larmoyant «Auch ich wollt Autogramme geben». Ihre Lebensbeichte nach dem Motto «Das war nicht mein Leben» wurde - von ihr völlig beabsichtigt - nahezu einhellig als grosse Hommage an Hildegard Knef verstanden. Mit ihren weiteren Soloabenden, die Themen wie Politik, Religion, Alter, Sex und Alltag nicht auslassen, emanzipierte sich Irmgard thematisch immer mehr von ihrer Schwester und empfiehlt sich als eigenständige Künstlerin, die ihre Wurzeln aber nie verleugnen kann und will.

Seitdem geniesst sie ihre späte Alterskarriere als Chanson-Kabarettistin, ist stolze Trägerin zweier Kabarett-Preise («Sprungbrett»-Kabarett Förderpreis des Handelsblatt 2001 und Deutscher Kabarettpreis-Sonderpreis 2004) und wird vom Feuilleton gefeiert, von Kollegen und ihrem Publikum geschätzt und geliebt.

Irmgard Knef

Hildegard Knef hatte keine Schwester. Irmgard ist also fiktiv und ein theatralisches, dramatisches Phantasieprodukt. Irmgard Knef ist eine Cross-Over- Künstlerin der Bereiche Jazz, Chanson, Satire, Kabarett, Parodie, Comedy, Schauspiel. Die Kreation dieser Bühnenerscheinung basiert auf der Charaktervorlage der älteren realen Hildegard Knef. So erinnert Irmgard Knef in ihrem Aussehen, ihrem Sprechduktus, ihrer Stimmlage, ihrer Art zu singen unweigerlich an die reale Hildegard Knef , wie sie viele noch aus legendär gewordenen Talkshowauftritten und Konzerten kennen.

 

Hinter der Bühnenerscheinung der alten Dame steckt ein Mann: Ihr Erfinder, ihr Darsteller und sein Alter Ego: Ulrich Michael Heissig. Seit 1999 tourt er mit ihr erfolgreich durch das gesamte deutschsprachige Mitteleuropa und war und ist Gast an vielen Schauspielhäusern, fast allen namhaften und traditionsreichen Kabarett-Theatern, Kleinkunstbühnen, Gast auf Satirefestivals, an Bord auf edlen Kreuzfahrtschiffen und in zahlreichen Funk- und Fernsehformaten.