Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

« zurück zur Archivübersicht

Lars Reichow (D)

Der Unterhaltungskanzler

Humor gepaart mit Tiefgang. Die Presse jubelte zur Premiere, Lars Reichow habe «in der Geschichte des politischen Kabaretts so etwas wie ein neues Kapitel» aufgeschlagen. Kein Zweifel: Der Unterhaltungskanzler ist angetreten, um sämtliche Kleinkunstbühnen in blühende Landschaften zu verwandeln...

Lars Reichow (D)

© Werner Feldmann

Der Unterhaltungskanzler

Wenn er am Flügel sitzt und mit heiserer Sandpapierstimme die Tristesse der Schönheitschirurgie, der dicken Deutschen oder ihre Grossmannssucht und Überheblichkeit entblättert, dann läuft Lars Reichow zu Höchstform auf. An den Tasten entwickelt er eine Pianokultur, wie man sie selten zu hören bekommt. Ein leuchtender Stern am Kleinkunsthimmel. Der Mainzer Kabarettist und Entertainer greift nach der Macht: Kleinkunst statt Cohiba, Seriosität statt Saumagen und Genialität statt Gazprom.
Als Unterhaltungskanzler möchte er neue Massstäbe setzen. Reichow wechselt locker vom Sänger zum Geschichtenerzähler und wieder zurück. Er ist in beiden Genres grandios – frech, lakonisch, irgendwie ernüchtert, aber stets witzig. Seine Geschichten rauschen so flott und frisch von der Bühne herab, dass man schon mal zwei Minuten am Stück durchlachen muss. Reichow kann aber auch anders. Gefühlig. Verträumt. Sehnsüchtig. Da wird der U-Kanzler ganz ruhig – und gewinnt doch viele Stimmen. So möchte man mal regiert werden…
«Das Beste» kommt wunderbar leicht daher, Reichows Klavierspiel klingt dazu unfassbar mühelos, knapp drei Stunden sind schnell vorbei. Es ist ein großartiger Abend, selbst die Männer jubeln, und die Frauen, die sind sowieso zufrieden…

Lars Reichow (D)

Der Kabarettist, Pianist, Komponist, Sänger, Fernsehmoderator und Entertainer mit dem Beinamen Der Klaviator erhielt seine erste musikalische Ausbildung (Gitarre, Klavier, Posaune) durch den Vater. Mit sechzehn spielte er in der väterlichen Jazzband Bernd Reichow Jazz Formation und zwei Jahre später, 1982, ging er auf seine erste Tournee gemeinsam mit Hanns Dieter Hüsch. Lars Reichow studierte Musik und Germanistik, unterrichtete in den 90er-Jahren am Immanuel-Kant-Gymnasium in Rüsselsheim, nahm zusätzlich Schauspielunterricht und wurde schliesslich Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung in Bayreuth. Während dieser Zeit arbeitete er an seinem ersten Programm «Ich bin auf jeden Fall da!», das 1992 vor 400 Zuschauern Premiere hatte. Zwei Jahre später spielte er erstmals im Mainzer Unterhaus, und eine anschliessende Tournee machte ihn schließlich bundesweit bekannt.
Inzwischen kann Lars Reichow auf zahlreiche Auszeichnungen und Preise zurückblicken, zum Beispiel den renommierten Deutschen Kleinkunstpreis.