Die Kleinkunstbühne des
Migros-Kulturprozent.

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BirkenmeierVogt

Schillernd

«Schillernd» ist ein literarisch musikalisches Theaterkabarett: Hintergründig, nachdenklich, beklemmend und aufrüttelnd, aber auch komisch und gleichzeitig subversiv...

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Schillernd

Die ästhetischen Briefe von Schiller tauchen in kurzen Zitaten auf und bilden den roten Faden durch das Stück. Die Schillertexte wirken wie ein Katalysator, an dem sich die Spieler zu neuen Szenen inspirieren lassen. Es sind die Themen Enge und Freiraum, Nähe, Distanz, Ernst und Spiel, Wut und Correctness. Das Spiel bewegt sich hautnah an den vielschichtigen Auseinandersetzungen mit unserer globalisierten Wirklichkeit. Ein provozierender Abend, anregend für alle, die jetzt leben, über sich lachen und nachdenken wollen. Kabarettistisch, satirisch, theatralisch, musikalisch – Theaterkabarett im besten Sinne.
«Da begeben sich drei Menschen auf die Suche nach Schiller und enden immer wieder in der Gegenwart, als ob Schiller über nichts anderes geschrieben hätte. Das Gesetz des Nutzens prallt auf die Sehnsüchte und Träume, die den Menschen machen, und dieser Crash wird durch das komödiantische Spiel der Birkenmeiers (...) zu einem ebenso amüsanten wie nachdenklichen Stück eines selten gewordenen Genres, des literarischen Kabaretts.»
Franz Hohler über das Programm «Schillernd».

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Sibylle Birkenmeier ist in eine Doppellehrerfamilie hinein geboren, als älteste von 5 Geschwistern. Sie hat in Essen an der Folkwang-Schule die Ausbildung zur Schauspielerin gemacht. Ihr erstes Engagement bekam sie bei ihrer Chanson-Lehrerin Lore Lorentz am Düsseldorfer Kommödchen. Nach ein paar Jahren an Deutschen Staatstheatern machte Sie sich selbstständig, erst mit Solo-Projekten, dann ab 1983 als Kabarett-Duo zusammen mit ihrem Bruder Michael Birkenmeier. Begeistertes Publikum und beste Presse im In- und Ausland begleiteten die beiden, in wenigen Jahren erhielt das Duo alle wichtigen Kabarett-Preise wie den Salzburger Stier, die Oltener Tanne und den Deutschen Kleinkunstpreis.

Michael Birkenmeiers (1956 geb. in Basel) Idole der Jugendzeit waren weniger die Rolling Stones oder die Bee Gees, sondern Alfred Rasser und Dinu Lipatti, Hanns Dieter Hüsch, Robert Schumann und Zarah Leander. Einmal, das war sein Traum, wollte er all dies miteinander vereinen. Mit diesem Ziel im Hinterkopf absolvierte er die Klavierausbildung am Konservatorium in Basel und bildete sich am dortigen Studio für Musik und Theater schauspielerisch weiter. Anschliessend ein Jahr intensive Bühnenerfahrung im Ensemble von Roland Rasser im Theater Fauteuil. Daneben korrepetierte er am Basler Konservatorium in der Chansonklasse von Inge Borkh und übernahm schliesslich deren Leitung bis ins Jahr 2005. Nach einem Soloprogramm «Schmerzartikel» (1981–83) machte er sich schon bald zusammen mit seiner Schwester Sibylle als Kabarettist in der Schweiz und im ganzen deutschsprachigen Raum einen Namen. Michael Birkenmeier schreibt Texte und Musik für sämtliche Kabarettprogramme, das heisst, er musiziert mit der Sprache und spricht durch seine Klaviertasten. Er ist bekannt für irrwitzige Wortspiele. Diese sind bei ihm allerdings nicht bloss Witze, sondern oft die einzige Möglichkeit, einen komplexen und erschreckenden Zusammenhang auf einen Schlag deutlich zu machen.

Felicitas Vogt Birkenmeier ist durch ihre Arbeit im Bereich der Drogenberatung und Suchtprävention vielen Lehrern und Eltern an Waldorfschulen in ganz Deutschland bekannt. Als Mitglied des Basler Kabaretts Birkenmeier und Vogt tourt sie überaus erfolgreich durch die Lande. Nachtrag: Am 13. Juli 2008 starb sie, 56jährig, in Basel an Krebs. Sie arbeitete unermüdlich an den Kabarettprogrammen, zuletzt an «Kettenriss», das ihre Lebenspartnerin Sibylle Birkenmeier zusammen mit ihrem Bruder umgeschrieben hat, und zwar so, dass die verstorbene Partnerin auch in der Neufassung präsent ist.